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Informationen zu Niger

Niger Die Republik Niger liegt im Mittelpunkt der Sahara und gehört zu den Sahelländern. Es grenzt an die Nachbarstaaten Libyen und Algerien im Norden, Mali und Burkina Faso im Westen, Benin und Nigeria im Süden und an den Tschad im Osten. Der gleichnamige Fluß Niger durchquert das Land auf einer Länge von ca. 550 km. Der Niger ist nach dem Nil und dem Kongo mit 4.200 km Länge der drittlängste Strom Afrikas.

Das Land ist mit 1.267.000 km² fast viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und zählt 11 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte mit 10 Personen pro qkm ist sehr gering. Niger weist ein sehr hohes Bevölkerungs- wachstum auf, welches mit 3,3 Prozent pro Jahr (eine Frau hat durchschnittlich 7,5 Kinder) große Entwicklungsprobleme hervorruft. Die Hauptstadt Niamey hat zirka 1 Million Einwohner, während der Norden des Landes sehr dünn besiedelt ist.

Wie fast alle afrikanischen Staaten ist Niger ein multi-ethnisches Land. Die ethnische Vielfalt (Haussa, Songhrai-Djerma, Tuareg, Fulbe, Kanuri, Tubu, Araber und Gourmantché) ist jedoch zu anderen Ländern vergleichsweise gering. Die Haussa stellen mit zirka. 50 Prozent die größte ethnische Gruppe dar. 75 Prozent der Nigrer sprechen Haussa als Erst- oder Zweitsprache. Haussa ist Verkehrs- und Handelssprache und wird von zirka 120 Millionen Menschen in Westafrika gesprochen. Weitere im Niger gesprochene Sprachen sind neben der Amtssprache Französisch auch Djerma, Fulfulde, Tamasheq, Kanuri und Arabisch. Die Hälfte der nigrischen Bevölkerung ist unter 15 Jahren alt. Der Anteil der Frauen macht zirka 52 Prozent der Bevölkerung aus, während ältere Personen über 65 Jahren nur zirka 3 Prozent der Bevölkerung stellen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei zirka 45 Jahren.

Offiziell besteht in Niger eine zehnjährige Schulpflicht. Der Schulbesuch bis zur zehnten Klasse ist offiziell gebührenfrei. Das Bildungssystem ist weitgehend dem französischen angepasst, welches aus Grundschule, weiterführende Schule und Universität besteht. Die durchschnittliche SchülerInnenzahl pro Klasse liegt bei 60 Kindern. Es fehlen gut ausgebildete Lehrkräfte, insbesondere im ländlichen Raum. Die Einschulungsraten im Niger gehören zu den niedrigsten weltweit. Der Unterricht ist häufig wenig effizient, so dass viele Kinder ein oder mehrere Schuljahre wiederholen müssen. 85 Prozent der Männer und 90 Prozent der Frauen können nicht lesen und schreiben. Der Unterricht findet in französischer Sprache statt, wobei der lokalsprachige Unterricht an immer mehr Schulen, auch auf Initiative internationaler Geber, in den Lehrplan aufgenommen wird. Neben den staatlichen Schulen gibt es bis zu 50.000 Koranschulen in Niger, in denen der Koran in arabischer Sprache gelehrt wird.

Niger steht gemäß dem Human Development Index seit 2007/2008 auf Rang 174 von insgesamt 177 Ländern. (Quelle)

Mit Hilfe dieses Indexes wird anhand der Faktoren Pro-Kopf-Einkommen, Lebenserwartung und Alphabetisierungsrate versucht, den Stand der menschlichen Entwicklung in einem Land zu messen. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 200 US-Dollar pro Jahr gehört Niger zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Wirtschaftsstruktur ist weitgehend agrarisch geprägt. Die Landwirtschaft trägt mit 40 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und der Viehzucht.

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